Dienstag, 7. Juli 2015

Was Neues...

Ich schreibe jetzt einfach doch schon darueber, was sich evtl. in der naechsten Zeit bei mir tun koennte. 
Vor etwa zwei Wochen hatte ich ein Vorstellungsgespraech in der Filiale einer Konkurrenzfirma in Hod HaSharon. Die Firma ist gross und hat Filialen im ganzen Land. 
Anders als in unserer Firma, sind die Arbeitsbedingungen fuer Sozialarbeiter traumhaft. (zumindest die Rahmenbedingungen. Ob alles dann so traumhaft ist, weiss man ja vorher nie und letztlich ist der Alltag dann eben auch Alltag).
Man bietet 2000 Shekel mehr Grundgehalt als bei uns 
1000 Shekel zusaetzlich fuer die Haltung des Autos
Versicherung und Test (eine Art TUEV)
Km-Pauschale
Keren Hishtalmut (das ist eine Art VWL) nach einem halben Jahr
Bekleidungsgeld

und statt 120 Hausbesuchen, nur 40!! Dafuer selbstverstaendlich mehr Arbeit im Buero. 
Was ich sehr interessant finde, ist die Tatsache, dass man keinen persoenlichen Bonus vergibt, wenn man einen neuen Patienten in die Firma bringt, sondern einen Filial-bonus. Erfuellt die Filiale die Anforderungen, bekommt die gesamte Filiale den Bonus und dieser wird aufgeteilt. 
Ich finde das schlau, denn so ziehen alle am gleichen Strang, anstatt - wie ich es kenne - gegeneinander zu arbeiten und staendig steht die Frage im Raum "wer hat denn nun den Patienten gebracht?" 
Diese Methode kreiert boeses Blut und ein Gegeneinander, die Atmosphaere ist vergiftet. Ich hatte sogar schon vorgeschlagen, komplett auf einen Bonus zu verzichten, um der Atmosphaere willen... aber - keine Chance. 

Nun, was soll ich sagen, das Gespraech verlief sehr angenehm und positiv. Die Filialleiterin und eine leitende Mitarbeiterin waren persoenlich an mir interessiert - die Atmosphaere war entspannt und die Chemie stimmte irgendwie zwischen uns. Das drueckten nicht nur die zwei Frauen explizit aus, sondern auch ich fuehlte es.
Der Haken: Man konnte mir nur eine Vertretung fuer ein halbes Jahr anbieten und auch nur eine 80 %-Stelle. 
Um fuer eine Arbeit von Jerusalem ins Zentrum zu ziehen, brauche ich aber mehr Sicherheiten, das gab ich zu bedenken. 
Wir waren uns so symphatisch, dass die zwei Frauen anfingen, zu ueberlegen und mich gar nicht gehen lassen wollten. Ob ich auch bereit waere, in der Filiale in Tel Aviv zu arbeiten, oder in Herzliya, fragte man mich. Was ist mit Haifa? 
Man versprach mir, zu forschen, ob eine Filiale eine volle unbefristete Stelle benoetigte. 

Und tatsaechlich direkt am Sonntagmorgen rief man mich an. Ich koenne waehlen, denn es gaebe eine Stelle bei ihnen, (ein Vertrag einer Mitarbeiterin laeuft aus in einem Monat) oder aber in Tel Aviv. Auch dort sucht man Sozialarbeiterinnen. 
Da ich mich sehr wohl gefuehlt hatte mit den beiden, bat ich darum, mich moeglichst dort, in Hod HaSharon einzusetzen. 

Das heisst auch umzuziehen, und meine Prioritaet lag zunaechst bei Tel Aviv. Wenn schon nicht Jerusalem, dann wenigstens Meer, so waren meine Gedanken. 
Aber meine bisherigen Forschungen ergeben, dass Wohnungen dort sowohl SEHR teuer, als auch oft heruntergekommen sind. 
In Betracht kommt auch Herzliya, denn dort gibt es Meer, jedoch muss man sagen, dass es dort ein wenig langweilig ist. Und teuer! 
Was ich mir in den letzten Tagen dann mehr und mehr vorstellen kann ist Raanana, denn dort gibt es zwar kein Meer, aber es ist mir nicht voellig fremd. Ich habe vor 3 Jahren dort fuer 2 Monate bei Shifra gewohnt, mit der ich bis heute befreundet bin. Shifra hatte ihren Mann verloren, als ich zum 2. Mal nach Israel kam und aufgrund eines Jobs in Raanana wohnen musste. Heute hat Shifra ihr Haus vermietet und wohnt im Betreuten Wohnung fuer Unabhaengige. 

Als ich heute mit der Filialleiterin sprach kam auch noch Netanya mit ins Spiel, wo man ebenfalls dringend SozialarbeiterInnen sucht. 
In Raanana wohnen und in Hod HaSharon arbeiten ist im Grunde ideal. (6 km zwischen den Staedten)
Von Raanana nach Netanya hingegen ist es doch ein wenig weiter. (19 km Distanz).
Ich hoffe also sehr auf Hod HaSharon. 
Und dass alles klappt. 
Und dass es einen reibungslosen Auszug/Umzug gibt. 
Und dass es die richtige Entscheidung ist. 

Falls alles klappt und ich in 1-2 Wochen das endgueltige O.K. erhalte, koennte ich kuendigen. Einen Monat vorher sollte man den AG informieren. Das bedeutet, es koennte im September eine entscheidende Veraenderung geben. 
Ich habe bisher nicht darueber schreiben wollen, denn wie der Teufel will, koennte ja die Leitung davon erfahren. 
Aber was kann passieren? Maximum kuendigt man mir vorher, aber dann wuerde ich eine Entschaedigung bekommen, die es mir ermoeglichen wuerde, einen Monat lang nach einer neuen Stelle zu suchen. 
Nicht das Allerschlimmste. 
Und - ich glaube eher nicht daran, denn wir suchen bereits Sozialarbeiter und irgendwie sind wir nicht sehr erfolgreich. Mitarbeiter gehen von einer vollen Stelle herunter, da ihnen die 120 Besuche zu viel sind, oder fangen eine andere Stelle an und bleiben nur fuer eine Teilzeitstelle. 
Wir arbeiten also schon zurzeit fuer mehrere MitarbeiterInnen, daher glaube ich nicht daran, dass man mich "in die Wueste schickt", bevor ich gehen will. 
Aufregend alles. 
Aber es muss ein wenig Verbesserung geben in der naechsten Zeit. 
Sozialarbeiter werden ausgenutzt und schlecht bezahlt. Trifft man dann ploetzlich auf bessere Bedingungen, sollte man im Grunde zugreifen. 
Was soll ich sagen, wuenscht mir bitte Glueck und den Segen des Allerhoechsten! 

Kommentare:

Flamingo hat gesagt…

Na da hoffe ich mal dass das für dich in Erfüllung geht.

Anonym hat gesagt…

Das tönt ja seeeehr verheissungsvoll!Gutes Arbeitsklima, hoch anständige Sozialbedingungen, Auswahl zwischen mehreren Filialen ... Mensch,du bist auf dem Wege ins Schlaraffenland. Und jetzt machst du es sicher Moshe Rabbenu nach und erkundigst "das verheissene Land" vorher. Nur eben, Moshe konnte Kundschafter ausschicken, du aber musst alles selber tun. Wie hoch sind die Mietpreise da und dort? Mit welcher Art Bevölkerung hast du zu tun? Wo findest du eine leicht erreichbare Synagoge deiner Ausrichtung? Wo hast du Freunde? Wie steht es mit der ärztlichen Versorgung? Wie weit ist es von der erschwinglichen Wohnung bis ans Meer? (Vielleicht bist du von Raanana aus schneller dort als von gewissen Neighborhoods in Tel Aviv aus).Was sonst ist dir noch wichtig?

Deine nächsten Tage werden wohl recht gefüllt sein mit Rigul.Alle deine treuen Leser werden in Geduld warten müssen, bis du wieder Zeit und den Kopf zum Bloggen hast. Sie werden sich inzwischen die Zeit vertreiben mit Daumen halten!

SH hat gesagt…

Wow!
Ich hoffe mamisch, dass das die richtige Entscheidung für Dich ist.
Die Teamarbeit (Bonus) finde ich auf jeden Fall auch wesentlich attraktiver, der Job in dem Du jetzt bist, hat ja schon etwas Raubtierhaftes... Jerusalem zu verlassen ist natürlich ein "starkes Stück" ;), aber ich persönlich glaube ja, dass es in IL noch viele andere Orte gibt, an denen es sich gut leben lässt, und evlt. sogar besser (weil weniger Stadt).

Hatzloche!

NOA hat gesagt…

@Anonym: Haha.. daumen halten ist guuuut!!! aber noch hab ich zeit zum bloggen, denn ich bin in "warteposition" hoffe sehr auf baldige Gewissheit. ansonsten - falls nicht, suche ich eben weiter. Kein problem.
Ja, all die Fragen, und leider bin ich nicht Moshe, der die Meraglim ausschicken kann, da hast du recht. hmm... wir werden sehen...
danke in jedem Fall fuer die Anteilnahme
@SH ja, das hoffe ich auch, die letzten Tag habe ich sogar das gefuehl, es koennte mal gut sein eine zeitlang aus der Stadt rauszukommen. Gestern habe ich sie wieder als SEHR laut empfunden. mal sehen wo es mich hin verschlaegt...Danke Shoshana
Noa

NOA hat gesagt…

@Flamingo: Danke dir sehr!!

Flamingo hat gesagt…

@Noa Nichts zu danken. Bessere Arbeitsbedingungen als du sie jetzt hast hast du sicher verdient.