Sonntag, 27. September 2015

CHAG SUKKOT SAMEACH . ein froehliches Laubhuettenfest

Den ersten Tag des sieben Tage dauernden Laubhuettenfestes werde ich leider allein bei mir zuhause verbringen, vorwiegend wohl im Bett. 
Ich bin stark erkaeltet mit Fieber und Gliederschmerzen, und musste meine Einladung fuer heute abend, in die Sukka, absagen. 
Dafuer werde ich etwas essen, mich auskurieren, und auf die naechsten Tage hoffen, es gibt ja noch ein wenig Gelegenheit, in der Sukka zu sitzen. 
ALLEN CHAG SAMEACH!!!

Freitag, 25. September 2015

Moti Kirschenbaum ist tot - einen Tag nach Yom Kippur, einen Tag nach seinem Geburtstag

Schockierend, die Nachricht ueber den Tod von Moti Kirschenbaum, der soviel mehr war als ein Fernsehmoderator. (Wer nachlesen will, wer Moti war, HIER)
Motis Tod wurde heute morgen bekannt. Er kollabierte bei sich zuhause und nach erfolglosen Widerbelebungsversuchen musste sein Tod festgestellt werden. 
76 Jahre - zu jung, zu ploetzlich. 
Nach unserem grossen "Gerichtstag", Yom Kippur erschuettert mich die Nachricht auch von einer anderen Seite. 
HKB"H, G-tt, hat beschlossen, besiegelt und unser Urteil unterschrieben. Wir haben uns eine "gute Unterschrift" gewuenscht, gebetet, dass G-tt uns ins Buch des Lebens einschreibt, am Yom Kippur, am Tag, an dem G-tt Gericht haelt ueber alle Menschen. 
Und G-tt hat beschlossen, dass Moti einen Tag spaeter, einen Tag nach Yom Kippur, im Neuen Jahr, gehen muss. "In seine Welt", so sagt man auf hebraeisch, "er ist in seine Welt gegangen.." (הלך לעולמו) . Ich mag diesen Ausdruck. Wir kennen diese Welt nicht, noch nicht. 
Aber was hat HKB"H fuer uns in diesem Jahr beschlossen? Werden wir leben? Das ganze kommende Jahr? Oder ist etwas anderes besiegelt? Nicht weil WIR wollen, sondern weil HaShem es so will, er fuer uns die Zeiten bestimmt, die wir nicht kennen, die uns verborgen bleiben. Auch das "warum" bleibt uns verborgen, im Nebel. 
Ein Gefuehl macht sich in mir breit, dass wir nichts in der Hand haben, auch wenn wir uns gut ernaehren, vorsichtig fahren, immer unser Auto ueberpruefen lassen, damit uns nichts "Schlimmes" passiert durch Nachlaessigkeit. Auch wenn wir links und rechts schauen, vor dem Ueberqueren der Strasse, und uns fernhalten von Menschenansammlungen wegen Terrorgefahr, all das nuetzt uns wenig, wenn etwas anderes fuer uns bestimmt wurde. 
Es gibt jemanden der fuer uns bestimmt, der den Grund kennt, der weiss, was fuer uns das "Richtige" ist. Wir kennen seine Rechnungen und seine Urteile nicht. Muessen sie nur annehmen. 
Doch das ist schwer. 

Gleichzeitig ist es an uns, zu vertrauen, dass wir eine schuetzende Hand ueber uns haben. Was sich wie ein Widerspruch anhoert, ist eine grosse Herausforderung, die - wie ich zugeben muss - mir sehr oft zu gross ist. Es kann morgen vorbei sein, nein heute, heute abend, oder gleich, in einer Minute, in diesem Moment. 
Auch ich kann zusammenbrechen. Aus. 
Nicht weil ich es will. 
Nicht weil ich die Macht habe. 
Wie kann ich die Kraft finden, mich sicher zu fuehlen, in der Hand des grossen, maechtigen Allmaechtigen, wie kann ich genug vertrauen? 
Ich habe heute ein Lied gehoert, was in diesem Zusammenhang sehr zu mir spricht. "Mishehu doeg li sham lemala" (מישהו דואג לי שם למעלה) Jemand dort oben passt auf mich auf, sorgt fuer mich.... 
Sorgt er fuer mich? Passt er auf? 
Ich moechte das immer spueren duerfen und nie einen Zweifel haben. 
Sehr nachdenklich gehe ich in diesen Shabbat, den Shabbat nach Yom Kippur und vor Sukkot, das Moti nicht mehr erleben darf. 
Moti, wir werden dich vermissen. 
יהי זכרו ברוך
ברוך דיין אמת



Montag, 21. September 2015

Yom Kippur steht vor der Tuer

Morgen abend ist Yom Kippur. Wir werden einen ganzen langen heissen Tag fasten, nichts essen und nichts trinken. Nur beten, in der Synagoge oder zuhause und in uns gehen, Cheshbon Nefesh, die Bilanz der Seele. Was haben wir nicht richtig gemacht? Was haetten wir evtl. nicht tun sollen? Wen haben wir verletzt? Wem Unrecht getan? 
Ich kann keine grossen Worte finden, mein Kopf ist leer. Die letzten Wochen waren schwierig und ich hatte nur einen Trost, an dem ich mich festhielt - das Meer. 
Das Meer ist in meiner Naehe, ich muss nur eine Viertelstunde fahren, 8 km. Dann bin ich an meinem "Hausstrand" am Strand Sidna Ali, nach der Moshee, die dort in der Naehe steht. 
Heute war ich wieder dort, wie so oft nach der Arbeit, um den Kopf frei zu pusten, abzuschalten und einen langen Gang in Richtung Marina, Herzliya zu gehen, barfuss, im Sand, auf den Steinen, im Wasser. Anschliessend packe ich mein Campingstuehlchen aus und sitze dort, die Fuesse werden von den Wellen umspuelt, ich warte auf den Sonnenuntergang. 
Die schoensten Stunden sind frueh am Morgen oder am spaeten Nachmittag. 
Ich hole mir dort, am Wasser Kraft, Befreiung und Trost und G-tt ist nahe in der Natur. Auch ohne Gebet oder Worte. 
Ich bin dankbar und wuensche allen Zom Kal, ein leichtes Fasten, (bei 37 Grad wird es uebermorgen recht schwierig werden). 
GMAR CHATIMA TOVA. 
Moege euch G-tt ins Buch des Lebens einschreiben ...

Montag, 7. September 2015

Pause

Ueber mir scheint sich gerade ein unerwartetes Arbeitsaufkommen zu entleeren, und ich komme mit meiner Energie nicht so recht hinterher. 
Deutlicher kann ich mich leider nicht ausdruecken im Moment, aber der eine oder andere wird sich wohl seinen Teil denken koennen, wenn ich sage, dass manche Dinge sich anders zu entwickeln scheinen, als man es vorher ahnen konnte.
Nun muss ich ganz gewaltig haushalten mit meiner Kraft, und denke, das wird eine kleinere oder groessere Blogpause bedeuten. 
Kleine Posts hoffe ich dennoch hin und wieder hinzubekommen. 
Ich wuensche schon mal allen juedischen Lesern ein Shana tova, ein gutes Jahr 5776, moeget Ihr eingeschrieben werden ins Buch des Lebens und immer das Leben waehlen, das Gute, das Positive, das, was Euch und Eurer Umgebung gut tut. 
Ich wuensche Euch Feiertage voller Spiritualitaet und Reflexion, Ruhe und Einkehr. 


Freitag, 4. September 2015

Erster Shabbat in Raanana - Shabbat shalom

Viele Freunde wollten mich schon mit Bekannten verbinden, die in Raanana wohnen, damit ich am Shabbat nicht allein bin. Den ersten Shabbat jedoch in Raanana, nach wochenlangem Hin-und Herfahren zwischen Jerusalem und Ra´anana und Jerusalem auf der Suche nach einer Wohnung, moechte ich jedoch ruhig und fuer mich verbringen. Bisher konnte ich nicht zur Ruhe kommen, nahtlos ging es von einer Arbeit zur naechsten, viel Neues um mich herum, anderes Klima, andere Menschen, neuer Arbeitsplatz... 
Da moechte ich am Leil Shabbat gern ein wenig schnuppern, was es in der Naehe an Synagogen gibt und vor allem eines - Ausruhen!
Shabbat shalom an alle.

Mittwoch, 2. September 2015

Fernsehsuechtig?

3 Tage ohne Fernseher, nach dem Umzug! Ich wundere mich ueber mich selbst, wie suechtig ich anscheinend bin. 
Mal ehrlich: ich hatte bislang ein Modem von Idan, mit nur 4 oder 5 Programmen, das hat mir gereicht, da ich sowieso nur Nachrichten schaue und ab und zu irgendeinen "Schwachsinn" wie X-Faktor, so nebenher.. 
ABER! Wenig TV ist etwas GAAANZ anderes als GAR KEIN TV!!! 

Und ueberhaupt: Am Shabbat schaue ich ja auch kein TV. 
ABER! Nur am Shabbat freiwillig kein TV ist etwas GAAANZ anderes als mitten in der Woche gezwungenermassen GAR KEIN TV moeglich!

Merkwuerdig, oder? Dass ich das wenige, was ich schaue, aber dann doch unbedingt brauche. (oder meine zu brauchen!)

Leider klappt das mit den 5 Sendern hier nicht, denn Ra´anana liegt 800 m tiefer als Jerusalem und ich bin umgeben von Haeusern, so dass es hier keinen Empfang gibt. Schade. So muss ich nun wieder HOT mein Geld in den Rachen werfen, fuer 24 Programme (das Basis-paket), von denen ich nur 3 maximal schaue.) Aergerlich.
Der Fernseh-mensch war soeben hier und ich kann wieder TV schauen. 
Heute werde ich jedenfalls um 16:45h (erste Ausgabe der Nachrichten im 2.), und um 20h (Kanal 1 oder 10) meine Nachrichten "geniessen", soweit man von Genuss sprechen kann, da ja leider haeufig schlechte Nachrichten uebermittelt werden. (Lo alejnu, Chamsa, Chamsa, Chamsa, Ben Porat Josef)

Dienstag, 1. September 2015

Angekommen und "in der Eingewoehnungsphase"



































Seit zwei Tagen bin ich in meiner neuen Wohnung in Raanana, sehr zentrumnahe. 
Es ist ein merkwuerdiges Gefuehl nicht mehr in Jerusalem zu sein, und gestern, als ich noch mal in die alte Wohnung fuhr, um zu putzen und den Schluessel zu uebergeben, war es mir fast zum Weinen zumute. Ich habe sie sehr geliebt, meine Wohnung in der Emek Refaim. Das allerwichtigste fuer mich war das viele Licht, bei drei grossen Fenstern war die Wohnung stets lichtdurchflutet. Wenn man gegen nachmittag/Abend die Fenster oeffnete, wehte eine wunderbare fast kuehle Abendluft herein, sogar im Hochsommer. 
Das ist hier so nahe am Meer anders, vor allem weil ich kein Fenster in Richtung Westen (zum Meer) habe. Dafuer gibt es eine Klimaanlage, die selbst ich als Klimaanlagengegner doch sehr oft anschalte. Sogar nachts. 
In der Wohnung kann man sich wohlfuehlen, aber es wird auch in etwa einem Jahr das Programm zur Erdbebensicherung anlaufen, dann wird die Miete nochmal drastisch sinken, oder aber man verlaesst die Wohnung. Beides ist im Mietvertrag festgehalten. 
(Zu bleiben, waehrend der Bauarbeiten, ist nicht zu empfehlen, Menschen, die das bereits hinter sich haben, erzaehlen von einem Leben "auf der Baustelle" mit Laerm und Schmutz. 

Bei der neuen Arbeit habe ich erst ein paar Tage gearbeitet, in der letzten Woche 3 und heute in der Filiale, fuer die ich vorgesehen bin. Die Kollegen sind nett, die Arbeit zum grossen Teil vertraut, und doch geht es ein wenig ruhiger zu als in meiner letzten Firma. Das ist zumindest mein bisheriges subjektives Gefuehl. Hod Hasharon kuemmert sich um die Menschen in Kfar Saba und Hod haSharon.
Die Filiale Herzliyya deckt den Bedarf in Herzliyya, in Raanana und in Ramat haSharon ab. 
Alle diese Orte liegen sehr nahe beieinander. 

Ich muss mich noch eingewoehnen und vor allem an das heftig schwuele, tropische Klima gewoehnen, leicht ist das nicht, denn ich habe Asthma, was sich bei guten Bedingungen in Grenzen haelt. 
Seit ein paar Tagen jedoch benutze ich wieder mein Dosier-aerosol. 

Der Vermieter hat aus einer grossen Wohnung drei kleine Wohneinheiten gemacht. Man kommt zur Wohnungstuer hinein, und befindet sich zunaechst einmal in einem Flur, von welchem aus 3 Wohneinheiten abgehen. Die zwei anderen Vermieter sind Ilya und Marina, beide aus Russland und sehr nett. 
Das kommende Wochenende werde ich zunaechst einmal hier in Raanana bleiben, und nicht sofort zu Freunden nach Jerusalem, denn ich muss nach diesen endlosen Wochen der Wohnungssuche erstmal zur Ruhe kommen. 
Heute hat die Schule in Israel wieder begonnen, die Ferien sind zuende.