Freitag, 25. September 2015

Moti Kirschenbaum ist tot - einen Tag nach Yom Kippur, einen Tag nach seinem Geburtstag

Schockierend, die Nachricht ueber den Tod von Moti Kirschenbaum, der soviel mehr war als ein Fernsehmoderator. (Wer nachlesen will, wer Moti war, HIER)
Motis Tod wurde heute morgen bekannt. Er kollabierte bei sich zuhause und nach erfolglosen Widerbelebungsversuchen musste sein Tod festgestellt werden. 
76 Jahre - zu jung, zu ploetzlich. 
Nach unserem grossen "Gerichtstag", Yom Kippur erschuettert mich die Nachricht auch von einer anderen Seite. 
HKB"H, G-tt, hat beschlossen, besiegelt und unser Urteil unterschrieben. Wir haben uns eine "gute Unterschrift" gewuenscht, gebetet, dass G-tt uns ins Buch des Lebens einschreibt, am Yom Kippur, am Tag, an dem G-tt Gericht haelt ueber alle Menschen. 
Und G-tt hat beschlossen, dass Moti einen Tag spaeter, einen Tag nach Yom Kippur, im Neuen Jahr, gehen muss. "In seine Welt", so sagt man auf hebraeisch, "er ist in seine Welt gegangen.." (הלך לעולמו) . Ich mag diesen Ausdruck. Wir kennen diese Welt nicht, noch nicht. 
Aber was hat HKB"H fuer uns in diesem Jahr beschlossen? Werden wir leben? Das ganze kommende Jahr? Oder ist etwas anderes besiegelt? Nicht weil WIR wollen, sondern weil HaShem es so will, er fuer uns die Zeiten bestimmt, die wir nicht kennen, die uns verborgen bleiben. Auch das "warum" bleibt uns verborgen, im Nebel. 
Ein Gefuehl macht sich in mir breit, dass wir nichts in der Hand haben, auch wenn wir uns gut ernaehren, vorsichtig fahren, immer unser Auto ueberpruefen lassen, damit uns nichts "Schlimmes" passiert durch Nachlaessigkeit. Auch wenn wir links und rechts schauen, vor dem Ueberqueren der Strasse, und uns fernhalten von Menschenansammlungen wegen Terrorgefahr, all das nuetzt uns wenig, wenn etwas anderes fuer uns bestimmt wurde. 
Es gibt jemanden der fuer uns bestimmt, der den Grund kennt, der weiss, was fuer uns das "Richtige" ist. Wir kennen seine Rechnungen und seine Urteile nicht. Muessen sie nur annehmen. 
Doch das ist schwer. 

Gleichzeitig ist es an uns, zu vertrauen, dass wir eine schuetzende Hand ueber uns haben. Was sich wie ein Widerspruch anhoert, ist eine grosse Herausforderung, die - wie ich zugeben muss - mir sehr oft zu gross ist. Es kann morgen vorbei sein, nein heute, heute abend, oder gleich, in einer Minute, in diesem Moment. 
Auch ich kann zusammenbrechen. Aus. 
Nicht weil ich es will. 
Nicht weil ich die Macht habe. 
Wie kann ich die Kraft finden, mich sicher zu fuehlen, in der Hand des grossen, maechtigen Allmaechtigen, wie kann ich genug vertrauen? 
Ich habe heute ein Lied gehoert, was in diesem Zusammenhang sehr zu mir spricht. "Mishehu doeg li sham lemala" (מישהו דואג לי שם למעלה) Jemand dort oben passt auf mich auf, sorgt fuer mich.... 
Sorgt er fuer mich? Passt er auf? 
Ich moechte das immer spueren duerfen und nie einen Zweifel haben. 
Sehr nachdenklich gehe ich in diesen Shabbat, den Shabbat nach Yom Kippur und vor Sukkot, das Moti nicht mehr erleben darf. 
Moti, wir werden dich vermissen. 
יהי זכרו ברוך
ברוך דיין אמת



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