Donnerstag, 26. November 2015

Dienstag, 24. November 2015

Ziv Mizrachi ז"ל

Der junge Mann, der heute den Messerstechern zum Opfer fiel auf der Strasse 443, an der Tankstelle war Soldate, 18 Jahre alt und hiess Ziv Mizrachi. Er war dort, um einen Ueberwachungsballon zu installieren. 
Sein Onkel war 2003 ebenfalls einem Terrorattentat zum Opfer gefallen, als sich ein Selbstmordattentaeter im Cafe Hillel in der Emek Refaim Str. in die Luft sprengte. 
 יהי זכרו ברוך

Montag, 23. November 2015

update: bei der messerattacke auf der str. 443 stirbt ein junger mann

Es war keine frau, sondern ein junger mann, 18 jahre alt, der erstochen wurde bei der messerattacke an einer tankstelle auf der str.443. Eine gruppe junger leute stand dort zusammen als es dem terroristen gelang einen mann schwer zu verletzen und zwei weitere leicht.
Der junge mann erlag seinen schweren stichverletzungen im bauch.
ברוך דיין אמת
יהי זכרו ברום

terror auf der 443

Junge frau schwer verletzt durch messerstiche eines terroristen auf der str. 443.

terror nahe shuk und in shomron

Nahe Shuk Machane Yehuda, Jerusalem. Zwei terroristinnen stechen mit messern auf einen 70 jaehrigen und rinen 27 jaehrigen ein. Sie werden von polizisten angeschossen. In der letzten zeit mehr weibl. Terroristinnen.

In shomron versucht ein terrorist menschen zu ueberfahren.

Ueberfahren.
Erstechen.
Erschiessen.
Wie soll das weitergehen?

Update: Der 70 jaehrige Mann, der den Messerstecherinnen zum Opfer fiel, war Araber, die Terroristinnen hatten sich "vertan" und ihn fuer einen Juden gehalten. 

Die Terrorwelle reisst nicht ab

und meine Freundin sagte gestern zu mir "es ist, wie an der Schlachtbank zurzeit. Du fragst dich: Wer ist der Naechste?" 
Niemand weiss zurzeit, wenn er morgens das Haus verlaesst, ob er am Abend gesund und heil wieder zuhause ankommt. Wo und wann schlaegt der naechste Terrorist zu? An einer Haltestelle? Im Bus? In der Bahn? Oder im Stau, wenn man nicht einmal fliehen kann?
Ich habe mich gestern zum ersten Mal dabei erwischt, wie ich in der vollgestopften Bahn Leute beobachte (wer koennte.... ) und in den Blicken der anderen Menschen sah ich beim Einsteigen ebenfalls diese Frage? Man beobachtet und wird beobachtet. 
Und das ist gut und richtig, denn Aufmerksamkeit hat schon manches Fast-Terroropfer gerettet. Ich muss das erst lernen, denn in der Regel bin ich mit den Gedanken immer woanders (In Gedanken Planung der naechsten Hausbesuche, oder kurze Notizen in meiner Kladde....etc.) aber das ist zurzeit nicht wirklich angesagt. 
Die, die mir netterweise schon oft anboten, doch nach Deutschland zurueck zu kommen, schweigen in der letzten Zeit, denn auch in Europa ist man nicht mehr sicher. 
Gibt es einen Ort auf der Welt, wo man zurzeit wirklich sicher und in Ruhe und Frieden leben kann? 

Sonntag, 22. November 2015

Hadar Buchriz - das heutige Opfer eines Messer-terrorangriffs

Vor zwei Wochen erst ist Hadar Buchriz, aus Indien zurueck, dort war sie fuer ein halbes Jahr.
Heute wurde sie an der Kreuzung Zomet haGush erstochen. Sie stammt aus Sfat und war gerade mal 21 Jahre alt
יהי זכרה ברוך

Donnerstag, 19. November 2015

Terror ist nicht gleich Terror

Die Tagesschau macht feine Unterschiede zwischen dem Terror in Europa und bei uns in Israel.
Waehrend die Morde in Europa und der uebrigen Welt Terror genannt werden, heissen die heutigen feigen Morde an Israelis "Palaestinenserangriffe" oder "toedliche Zwischenfaelle im Nahost-konflikt".
Ich wollte es nur mal erwaehnt haben.(Tagesschau)

Der Spiegel scheint sich entschlossen zu haben, Terrorangriffe im Westjordanland gar nicht mehr zu berichten. 
Hier bleibt es bei "Ein Palaestinenser hat zwei Israelis in Tel Aviv erstochen". 
Kein Terror, kein Zusammenhang mit einer fast drei Monate andauernden Terrorwelle hier in Israel. Und der zweite Anschlag, bei dem drei Menschen erschossen wurden, im Stau stehend, ohne fliehen zu koennen, wird glatt verschwiegen. 

Ein schrecklicher Tag fuer Israel

Ein schrecklicher Tag fuer Israel. 
Um die Mittagsstunden sticht ein Attentaeter in Tel Aviv in einem Gebaeude in einem Speicher, der als Betsaal dient, betende Juden nieder. 
Zwei Tote und mehrere Verletzte.
Reuven Aviram und Aharon Jesaieb sind die Namen der Toten. 
Der Terrorist ist Vater von 5 Kindern mit Arbeitserlaubnis in Israel.
Mehr als 2 Stunden spaeter wieder an der Zomet Alon Shwut/Gush Etzion, wo die zwei Jungen vor mehr als einem Jahr entfuehrt wurden und mehrere Terroranschlaege stattfanden, schiesst ein Terrorist wahllos auf Autos, die im Stau stehen, sie koennen nicht fliehen. 
Der Attentaeter ueberholt die Autos auf dem Seitenstreifen, und schiesst waehrend der Fahrt auf 14 verschiedene Autos, wechselt sogar das Magazin im Fahren. 
3 Tote, 7 Verletzte. 
Unter den Verletzten eine Freundin meiner Freundin. 

Unter den Toten der Freund vom Sohn meiner Freunde, Nachbar der Tochter in Alon Shwut. Jakob Don, 51 Jahre alt, Vater von 4 Kindern. 
Der Mann meiner Freundin weint. 
Es ist zu schlimm. Noch am Freitag letzter Woche haben sie mit ihm geredet. 

Der zweite Tote vom Attentat in Alon Shwut ist ein 18 jaehriger amerikanischer Jude, der den Soldaten am Checkpoint Kuchen verteilen wollte und mit einer Gruppe anderer Jeshiwastunden zurzeit als Volontaer in Beit Shemesh ist.
Der dritte Tote, ein Palaestinenser, Shaadi Arfa, aus Hebron, der mit dem Attentat nichts zu tun hatte, und zufaellig am Ort war. 

יהי זכרם ברוך

Montag, 16. November 2015

Wohnung und "reset"

Ich habe endlich eine Wohnung gefunden, noch dazu fast alle "Traumkriterien" erfuellt. 
Eine Wohnung relativ nahe der Moshava Germanit, im Stadtteil Arnona, ca. 20 min. Fussweg zur Beit Knesset und den Freunden, in einer ruhigen Sackgasse mit Gruen vor dem Fenster. 
Die Wohnung ist eine "richtige" Wohnung, keine Wohneinheit oder Studio. 
Sogar mit einem separaten Schlafzimmer. 
Es gibt ein Wohnzimmer, das relativ gross ist, mit einer Kuechenzeile, zwei Fenstern und einem Deckenventilator. 
Ein kleiner Flur fuehrt zum Schlafzimmer, sowohl im Flur als auch im Schlafzimmer gibt es einen Kleiderschrank. Zwischen Schlafzimmer und Wohnraum befindet sich das Bad, das etwas abgewohnt ist, aber wirklich o.k.
Die Wohngegend ist gut, das Haus sauber und ansprechend. 
(ich betone das, da ich wirklich andere Bedingungen gesehen habe.. und wo noch dazu die Miete viel hoeher war)
Die Miete ist 2750 Shekel (beim jetzigen Kurs in EU geteilt durch 4) fuer hiesige Verhaeltnisse in guter Wohnlage mit 2 Zimmern geradezu guenstig. Arnona (das ist die Gebaeudesteuer, die der Mieter zahlt) belaeuft sich auf 250 Shekel im Monat. 

Nachteile: Das Bad ist etwas abgewohnt, der Teppich im Schlafzimmer auch, einer der Kleiderschraenke im Schlafzimmer ist nicht in Ordnung, die Schiebetueren gehen sehr schlecht und sind nicht zu reparieren. 
Ausserdem gibt es KEINE Heizung oder Klimaanlage, mit der man im Winter die Wohnung waermen koennte (fuer Kuehlung im Sommer muesste der Deckenventilator reichen oder aber man koennte einen Standventilator bei extremer Hitze kaufen) 
Fuer das Waermen im Winter muesste ich einen Rippen-radiator kaufen, der nicht ganz billig im Verbrauch ist. Dafuer aber ist die Miete guenstiger, als ich gedacht hatte. 
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich gesehen habe, denn wichtig war mir dass die Wohnung hell ist mit viel Licht, an ein extra Schlafzimmer wagte ich gar nicht zu denken. 
Morgen werde ich den Vertrag unterschreiben. 
Und dann ist der "Reset"-Knopf fuer Jerusalem aufs Neue gedrueckt. 
Ich fuehle mich gut mit der Entscheidung, zurueck gezogen zu sein und nehme den Irrweg als Erfahrung mit in den neuen Jerusalem-Alltag. 
Ich bin heilfroh, wieder hier zu sein.

Samstag, 14. November 2015

Die Opfer des Anschlages von gestern - Rav Litmann und sein Sohn Netanel

Rav Litmann und seine Familie waren auf dem Weg zum "Shabbat Chatan", (das ist der Aufruf zur Tora, vor der Hochzeit). Sohn Netanel sass am Steuer des Fahrzeugs, als das Feuer auf das Auto eroeffnet wurde, er schaffte es, die Ambulanz per Telefon zu rufen, bevor er seinen Verletzungen erlag. Auch der 16-jaehrige Sohn der leicht verletzt wurde, rief die Ambulanz. 
Die drei Toechter und die Mutter erlitten leichte Verletzungen und standen unter Schock. 

Der Attentaeter wartete auf das Auto am Wegrand, ausserhalb seines Fahrzeugs und eroeffnete das Feuer auf das Fahrzeug der Familie Litmann als dieses in einer Kurve etwas langsamer fuhr. 
Nachdem er um sich schoss, entkam er in seinem Auto und ist bisher nicht gefasst worden. 

Wir sind mit den Angehoerigen der Familie Litmann. 
Der Rav Litmann und sein Sohn Netanel werden heute abend um 9 Uhr beerdigt. 
יהי זכרם ברוך

Terror - in Israel und in Paris - ich bin schockiert

Kurz vor Shabbat gab es in der Naehe von Otniel noch einen Anschlag auf ein Auto. Der Terrorist erschoss einen Vater (40 Jahre alt, ) und seinen 18 jaehrigen Sohn. Im Auto sassen weitere Insassen, die verletzt wurden. 

Was ihr sicher NICHT in der deutschen Presse lesen werdet, ist die Tatsache, dass eine palaestinensische Ambulanz am Tatort erschien, kurz anhielt und dann weiterfuhr, ohne Hilfe zu leisten. 

Ich moechte darauf wetten, dass es sofort in die deutschen Medien kaeme, wenn eine solche Schweinerei von einer israelischen Ambulanz im umgekehrten Falle passieren wuerde. - Aber so etwas gibt es nicht. Wir leisten JEDEM Hilfe, jedem Terroristen, jedem Attentaeter, jedem, der um Hilfe bittet, dem wird Hilfe gewaehrt, jeder Verletzte wird sofort behandelt, ja, falls der Terroriste schwerer verletzt ist als die Opfer, wird dem Terroristen sogar ZUERST Hilfe und Behandlung zuteilt. 
Das ist der Unterschied. 


Zu den furchtbaren Terroranschlaegen in Paris kann ich gar keine Worte finden im Moment. Es macht sprachlos und machtlos und stellt nur eines wieder klar. Die Aussage, dass das einzige Hindernis fuer den Frieden im Nahen Osten Israel ist, ist nicht nur dumm sondern furchtbar gefaehrlich. 
Kann Europa nun immer noch die Augen verschliessen? 

Ich bin zutiefst schockiert und meine Gedanken sind sowohl bei den Familien des ermordeten Vaters mit seinem Sohn als auch bei allen Familien der schrecklichen Terroranschlaege in Paris. 
Wie wird es weitergehen in der Welt? Im Nahen Osten? In Israel? Und in der Welt?
Wenn es doch so scheint, als habe eine einzige Terrororganisation die gesamte Welt in der Hand? 
Kann das Gute ueber das Boese in der Welt siegen?
Es ist schon soviel Blut geflossen und dennoch muessen wir fest daran glauben, dass das Gute letztlich siegen wird. 
 

Freitag, 13. November 2015

Dienstag, 10. November 2015

2 Terrorattentate in Jerusalem

Erster arbeitstag in Jerusalem.
Soeben 2 messerattentate in jerusalem. Der erste Anschlag geschah in der Rakevet, der Stadtbahn, ein Sicherheitsbeamter wurde niedergestochen.
DieTaeter sollen zwei Jugendliche gewesen sein.
Derzweite Anschlag nahe Damaskustor.

Sonntag, 8. November 2015

Kurz vor dem Umzug - es geht zurueck nach Jerusalem

Ich sitze mal wieder auf Umzugskisten. Morgen frueh kommt der Umzugswagen, und es geht zurueck nach Jerusalem. Erstmal zu einer Freundin. 
Meine Moebel gehen zu einem Freund in den Speicher. 
Die Entscheidung fuehlt sich richtig an.

Nach drei Terroranschlaegen am heutigen Tag - jetzt Zewa Adom - Alarm im Umkreis Gaza

Anscheinend ist eine Rakete von Gaza aus auf Israel geschossen worden, und auf offenem Feld herunter gekommen. Bisher keine Berichte ueber Verletzte.
 

Terror in Beitar Ilit - Messerattacke einer Palaestinenserin

Am Eingang zu Beitar Ilit wird eine Palaestinenserin von einem Sicherheitsbeamten ueberprueft. Er fragt nach ihren Papieren - ploetzlich zueckt sie aus ihrer Tasche ein Messer und beginnt auf ihn einzustechen. Der Beamte konnte sich retten und schoss auf die Attentaeterin.
Ihr koennt den Film der Ueberwachungskameras ansehen.

QUELLE ZUM ANSCHLAG (YNET)

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4722381,00.html

Terror - Auto ueberfaehrt Passanten

Vier Verletzte (zwei mittelschwer, zwei leicht, unter den leicht Verletzten eine schwangere Frau) fordert ein Anschlag auf wartende Passanten heute morgen an der Tapuach-Kreuzung. Ein Palaestinenser ueberfaehrt wartende Menschen, die an der Trampiada stehen. 
Sagen einige von euch jetzt vielleicht: "Ach so, ist ja" nur" im Westjordanland?" Dann haben die Terroristen genau das erreicht, was sie beabsichtigen mit ihrem neuen Focus auf Juda und Samaria. Sie hoffen so auf mehr Unterstuetzung ihrer Anschlaege aus Europa. 
Stellt euch vor, Israel wuerde auch das Westjordanland raeumen, so wie den Gazastreifen, und ihn den Palaestinensern ueberlassen. 
Dann haetten wir eine zweite Front, von wo aus wir beschossen wuerden, im Grunde sogar eine dritte, denn vom Libanon und von Syrien aus passiert das ja schon. 
Wer immer noch glaubt, mit der Raeumung von Gebieten waere das Problem im Nahen Osten geloest, der verschliesst die Augen ganz stark vor der Realitaet, die seit 2005 im und um den Gazastreifen herum herrscht. 
Ich weiss, dass wir Menschen "Ruhe haben" wollen, und so lese ich sehr oft ein gewisses Genervtsein aus den Kommentaren im Netz. 
"Nun gebt ihnen doch einfach das, was sie haben wollen, dann haben wir endlich Ruhe und es kehrt Frieden ein. Ihr seid das einzige Hindernis fuer Frieden im Nahen Osten, weil ihr so verbockt seid."
Ja, so toent es zwischen den Zeilen, aber oft auch sehr deutlich ausgesprochen. 
Wer das erklaerte Ziel kennt, der weiss, dass es nicht mit zwei Staaten getan ist. Man will uns aus Israel heraushaben. Es soll endlich "Ruhe" (vor den Juden) in der Region herrschen. 
Was dann aber herrschen wuerde, ohne die Juden, ohne die einzige Demokratie im Nahen Osten, dazu braucht man nicht viel Phantasie, oder?

Terror am Freitag

Ich zitiere aus dem Blog von "Die Siedlerin.net"

NEWS UPDATES: Terrorwelle in Hevron-Gegend und bei Supermarkt in Samaria
Am Freitag, 06.11., ereigneten sich 4 Terrorattentate:
- Zwei jüdische Jugendliche, 16 und 18 Jahre, wurden bei dem Grabmal der Patriarchen (Machpela-Höhle) von Schüssen eines Terroristen (andere Quellen - Scharfschützen) leicht bis mittelschwer verletzt. Das Attentat ereignete sich kurz vor Shabbat-Eingang im jüdischen Viertel Hevrons.
- Nahe des Eingangs zum Rami Levy-Supermarkt, einer zentralen Anlaufstelle für jüdische und arabische Einwohner der Binyamin-Gegend in Südsamaria, wurde ein 4o-jähriger Jude von einem Terroristen mit einem Messer schwerverletzt. Sein Zustand hat sich übers Wochenende gebessert.
- Ein jugendlicher paläst.Araber (16) schoss auf einen Soldaten, der an der Bet Enun-Kreuzung bei Hevron zur Sicherheit der jüdischen Autofahrer stationiert war. Der Soldat wurde schwer verletzt und schwebt noch immer in Lebensgefahr. Der Terrorist wurde gefasst. (Das Gewehr im Foto, Quelle: INN)
- Eine 72-jährige (!) Araberin hatte versucht, wartende Soldaten auf dem Bürgersteig einer Straße in Hevron zu überfahren. Das Auto der Frau wurde dabei von Soldaten auf einem Aussichtspunkt entdeckt und angeschossen. Die Terroristin wurde verletzt und starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
- Im Laufe des Wochenendes wurden erneut Steine auf jüdische Autofahrer in Judäa und Samaria geworfen, eine Frau wurde bei Betlehem leicht verletzt.

Freitag, 6. November 2015

Shabbat Shalom

Wuenscht euch aus der schoenen, stolzen, alten und doch ewigen, weinenden und lachenden, blutenden und schmerzenden, unruhigen und ruhenden Stadt voller Gegensaetze Noa.
Versucht Kraft zu finden und den Geist zu entspannen, lasst alles los, was euch besorgt und habt nur positive Gedanken.
Shabbat Shalom aus Jerusalem.

Donnerstag, 5. November 2015

Seele verkaufen

Ich bin heute den ganzen Tag sehr nachdenklich. 
Es war mein letzter Arbeitstag - nach 2 Monaten nur gehe ich zurueck, nach Jerusalem. 
Was hatte dieser Abschnitt fuer eine Funktion? 
Ich bin sicher, dass er mir noch einmal vor Augen halten sollte, dass 1. Geld und ein gutes Gehalt nicht ALLES ist, und dass 2. man niemals in einer Situation ausharren sollte, die einem so offensichtlich nicht gut tut. 
Ich kann auf all das, was ich in den 2 Monaten erlebt habe von der Seite herueberschauen und bin ein wenig erschrocken, was Menschen tun, um ein gutes Gehalt zu bekommen. 
Ueber das normale Beduerfnis hinaus, sich in Wuerde ernaehren zu koennen, seinen Lebensunterhalt finanzieren zu koennen, gibt es Situationen, in denen man seine Seele verkauft, wenn man weiter macht. 

Meine Chefin gab mir heute morgen im persoenlichen Abschlussgespraech recht, als ich sagte, dass mir meine Freizeit ziemlich kostbar geworden ist, besonders nach meiner OP vor 5 Jahren. Die Wichtigkeiten verschieben sich und das Gefuehl fuer das, was man sich selbst "antun" will wird geschaerft und deutlicher. 

Unser Motto in der heutigen Gesellschaft - und das ist wohl in Deutschland und Israel aehnlich - lautet : schneller, mehr und noch mehr, keine Gelegenheit verpassen, keinen Kunden aufgeben, die Konkurrenz ist gross. Firmen stehen unter enormem Existenzdruck um weiter zu bestehen, es wird mit mehr oder weniger fairen oder unfairen Mitteln gekaempft, aber immer wird der Mitarbeiter zum Instrument.
Ich hatte schon vor ein paar Wochen resummiert: Ich war Sklavin mit schlechtem Gehalt, nun bin ich Sklavin mit einem super Gehalt. 
Aber will ich Sklavin sein? 
Eine Wahl habe ich wohl eher nicht, aber ich kann versuchen, meine Bedingungen in der Sklaverei zu vergleichen und zu entscheiden, welchen Preis ich bereit bin zu zahlen. 
In welcher Situation, bei welcher Arbeit geht es mir waehrend des Tages gut? 
Stehe ich den ganzen Tag unter innerem Druck oder kann ich arbeiten wie ein "normaler Mensch"? 
Und was ist normal?
Ich denke, jeder Mensch hat eine andere Schmerzgrenze und was fuer den einen noch normal ist, ist fuer den anderen schon grosser Stress, dem er nicht gewachsen scheint. 

Meine Chefin ist junge Mutter, Ende 20 und wacht nachts auf, weil sie Dinge vergessen hat. 
Ich selbst habe in den letzten Tagen grosse Panik entwickelt, da ich soviel vergesse waehrend des Tages wie nie zuvor. Ich habe an Demenz gedacht und wie es sein muss, wenn man die ersten Zeichen an sich entdeckt. 
Eine unserer Pflegerinnen sagte zu mir: "Meine Guete bist du aber durcheinander!" 
Meine Kollegin sagte, nachdem mir nicht einfiel was Herr X. gestern am Telefon sagte: "Na, Hauptsache, du vergisst nicht deinen Namen!" 
Und zum Lachen war mir so gar nicht zumute dabei. 
(ich musste unwillkuerlich darueber nachdenken, was Menschen mit Demenz erleben, in ihren Anfangsphasen. So muessen sie sich fuehlen. Und ich tat genau das, was diese Menschen auch oft tun - ich ueberlegte mir, wie ich aus der Vergesslichkeits-nummer rauskomme, wie ich rechtfertige, dass ich nicht mehr weiss, was X. und Y zu mir sagte.)
Ich habe immer noch grosse Sorge, was diese Vergesslichkeit der letzten Zeit betrifft, aber ich fuehle, dass mein Gehirn dicht macht. Schluss. Aus. Nichts geht mehr. 
Zuviel Info, zuviel Input, zuviele Aufgaben. Zuviel! 
Das Gehirn ist nicht in der Lage, diese Mengen an Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern, so dass ich darauf zugreifen kann. Mein Arbeitsspeicher ist uebervoll, auf der Festplatte ist alles, aber darauf zugreifen ist mir nicht moeglich. Vor allem nicht unter Druck. 

Alles muss schnell gehen, alles ist nicht genug. 
Gegessen wird waehrend einer Taetigkeit, nicht in Ruhe oder wie ein normaler Mensch. Gegessen wird zwischendurch, zwischen Telefonat und Besprechungen. 
Eine Mittagspause wie es sie einst gab, ist nicht mehr erwuenscht, wird befremdlich registriert. Man geht nicht mehr fuer eine halbe Stunde hinaus, um etwas zu essen, sondern bringt alles mit ins Buero, allenfalls holt man sich Fastfood schnell ins Buero, um es dann am Schreibtisch zu essen, von Genuss kann keine Rede sein. 

Was tun wir Menschen uns da an? Welchen Einfluss hat das alles auf unsere Gesundheit? Die koerperliche und die seelische?
Ich persoenlich komme schnell an meine Grenzen, kann das alles nicht und will es auch nicht koennen!
Der Druck in unserer heutigen Gesellschaft wird groesser, aber ich bin dennoch der festen Ueberzeugung, dass wir wann immer es moeglich ist, fuer unsere Ruhenische kaempfen sollten, uns entfernen sollten aus ungesunden Situationen und Bedingungen, in unser Seelenheil investieren sollten, so lange es geht. 
Es ist nicht einfach, und ich weiss auch jetzt nicht, ob es in Jerusalem bei der neuen Arbeit besser wird, aber ich fuehle, dass allein die Rueckkehr nach Jerusalem mir Sicherheit gibt, festen Boden unter den Fuessen, den ich verloren hatte. 
Neue Arbeit, neue Wohnung, neues Umfeld, neue Stadt, all das war ein bisschen viel fuer mich. 
Ich brauche dringend etwas, was mir wieder Sicherheit gibt, etwas was ich kenne. 
Und das ist Jerusalem. 
Falls auch die neue Arbeit nicht passend fuer mich sein sollte, kann ich von dort aus weiter suchen. Aber dann bin ich wenigstens an einem Ort, den ich kenne, umgeben von den Freunden.
So geht eine Phase von zwei Monaten zuende, die ich als viel laenger erlebt habe. 
Ich versuche, zur Ruhe zu kommen, wann immer es moeglich ist und freue mich sehr auf die Rueckkehr. 
Morgen nachmittag geht es erst einmal in den Shabbat nach Jerusalem. Abschalten ist die Devise. 
Ein paar Schritte habe ich noch vor mir, bevor ich wieder versuche, Fuss zu fassen in der Heimatstadt. 
Meine Wohnung in Raanana ist noch nicht weiter vermietet und es kann sein, dass ich noch bis Ende Dezember Miete zahlen muss. 
Am Montag kommt der Moebelwagen und bringt meine Moebel in den Speicherraum eines Freundes. Erstmal.
Am Dienstag naechster Woche dann wird mein erster Arbeitstag bei der neuen Arbeitsstelle sein.
Im Grunde koennte ich 3 Wochen Urlaub mit voelligem Abschalten gebrauchen. Nichts tun. Nur leider kann ich mir das nicht leisten.
Dafuer werde ich versuchen, den Shabbat so zu gestalten, dass ich meinem Gehirn eine Auszeit gebe zur Erholung. 

Mittwoch, 4. November 2015

Terror Nahe Hebron - Israeli in Lebensgefahr

Nahe Hebron gab es einen Anschlag. Ein Israeli wurde ueberfahren, wie das eine ganze Zeit so ueblich war. Man will uns ueberfahren, erstechen usw. 
Der junge Mann ist in Lebensgefahr und hat unter anderem schwere Kopfverletzungen. 

Gleichzeitig bereitet Europa sich vor, Israelische Produkte aus der sogenannten Westbank zu kennzeichnen und zu boykottieren. 
Auch Palaestinenser sind nicht dafuer, denn auch sie werden davon betroffen. Oft arbeiten Israelis und Palaestinenser in derselben Firma. 

Montag, 2. November 2015

2 Terroranschlaege - 5 Verletzte, davon zwei schwer Verletzte

Halb vier am Nachmittag in Rishon leZion, im Zentrum Israels, ein mit einem Messer bewaffneter Terrorist steigt aus dem Bus in der Naehe des Zentralen Busbahnhofs, und beginnt, auf Passanten wahllos einzustechen. er verletzt eine 80 jaehrige Frau, will in ein Kleidergeschaeft eindringen und dort weitermachen, die Geistesgegenwart der Verkaeuferin, die schnell den Laden schliesst, verhindert, dass er dort sein Werk fortfuehren kann, daraufhin dringt er nebenan in ein Parfuemgeschaeft ein, will auf die Verkaeuferin einstechen, sie kann entkommen, aber dem Terrorist gelingt es noch weitere 3 Menschen zu verletzen, davon sind zwei schwer verletzt, er zerstoert die Inneneinrichtung ,in dem winzig kleinen Parfuemgeschaeft findet ein Kampf statt, bis der Taeter ueberwaeltigt und verhaftet wird. Der Taeter ist 19 Jahre alt und  kommt aus Hebron. 

Zwei Stunden spaeter in Netanya, ein Terrorist sticht auf einen 70 jaehrigen Mann ein. Er wird schwer verletzt im Krankenhaus behandelt.

Sonntag, 1. November 2015

Vorwuerfe

Ja, ich weiss, ich habe einen Fehler gemacht. Ja, ich weiss, dass "alle es mir schon vorher gesagt haben", wie mir eine Bekannte gestern vorwarf. (Aber ganz ehrlich, alle haben das gar nicht gesagt, sondern mir teilweise sogar Mut gemacht, etwas zu wagen)
Diese Vorwuerfe, die jetzt (nur von einigen Bekannten) kommen, tun mir nicht sehr gut. Als wuerde ich nicht schon am Boden liegen! 
Wenn ich alles auf die leichte Schulter nehmen wuerde, koennte ich den Unmut noch verstehen. 

Wenn ich ganz ehrlich bin, mache ich mir Vorwuerfe und denke "Wie konnte ich nur.." aber ist es nicht so, dass man manchmal etwas wagen muss, um etwas zu erreichen? 
Erreicht man es dann nicht, sondern scheitert, ist das bitter und nicht leicht zu ertragen, aber genauso gut haette es ja klappen koennen. Wie sagt man doch? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. 
Aber wer nicht wagt, kann auch nicht verlieren. Das ist wohl wahr. 
Wuerde mich jemand fragen, ob er wagen soll, einen Schritt zu wagen, der evtl. zur Verbesserung fuehren kann, ich glaube ich wuerde ihm zuraten. 
Ich habe einmal einen Satz gehoert: "Schiffe die im Hafen liegen, koennen nicht untergehen, aber dazu sind Schiffe nicht gemacht..." 
Schiffe sind dazu da, auf hoher See, in manchem Unwetter ihre Wege zu machen, Neuland kennen zu lernen. 

Wir Menschen versuchen, unsere Lage zu verbessern und machen dabei oft neue Erfahrungen, manchmal auch bittere. 
Aber im Nachhinein wird es fuer irgend etwas gut sein, der Irrweg wird seinen Grund haben. 
Ich glaube nicht, dass es verwerflich ist, sich Erleichterung und bessere Bedingungen zu erhoffen.

Als ich damals nach Israel einwanderte, haette auch das furchtbar schief gehen koennen. Und wie ich den Mut aufgebracht habe, mit einem kleinen Geldpolster und nur 2 Koffern hier in Israel neu anzufangen, weiss ich heute nicht mehr. 
Ich kam ohne das soziale Netz an Freunden, das ich heute habe und wirklich - es haette absolut daneben gehen koennen. 
Aber ich war voller Freude und Tatendrang und mir sicher, dass ich Arbeit finde, die mich irgendwie ernaehren kann. Woher ich diese Gewissheit und Zuversicht nahm ist mir heute fast schleierhaft. 
Aber es haette schief gehen koennen. 
Ich bin sehr froh, dass ich es gewagt habe. Es war der groesste Schritt in meinem Leben, den ich je gewagt habe. Und es geht mir gut. 
Vorwuerfe sind also objektiv gesehen wirklich nicht angebracht, und fuehren auch zu nichts. Sind so wenig konstruktiv. Was soll ich jetzt mit diesen Weisheiten wie "das hat man dir doch schon gesagt!" anfangen? 
Herzlich wenig. 
Ich brauche jetzt Aufmunterung und Trost, und zum grossen Teil bekomme ich das ja auch. 
Euch moechte ich auch danken, fuer Eure lieben Worte in den Kommentaren. 
Danke, dass Ihr meinen Weg begleitet und mit mir bangt und fiebert. 
Wie sagt man hier so schoen:
"Nichts ist eine katholische Hochzeit!" womit man sagen will, dass alle wieder rueckgaengig gemacht werden kann. 
Worte wie diese nehmen die Schwere aus Entscheidungen, die Last. Und die Angst, etwas falsch zu machen, was man nicht mehr reparieren kann. 
Je mehr Fehler wir machen, desto mehr lernen wir. 
Ich wuensche mir wirklich etwas mehr Ruhe, wenn ich zurueck bin in Jerusalem, aber diese Ruhe hatte ich mir auch hier fuer die Arbeit in Hod haSharon erhofft und es sah fast danach aus. 
Das, was dann passierte, konnte ich vorher nicht wissen. 
Leichter waere es natuerlich gewesen, haette ich dieses Wagnis in Jerusalem gemacht, und waere nicht gleich so weit weg gezogen.