Donnerstag, 9. Juni 2016

Aus naechster Distanz in den Kopf geschossen - der Terror in Tel Aviv kannte kein Erbarmen

Der Terroranschlag gestern abend um kurz nach 21h kannte kein Erbarmen. Es war ein grausamer Anschlag und das Land haelt wieder mal den Atem an. 

Der Tatort: Tel Aviv, Sarona Markt, bei der Moshava Germanit, eine Vergnuegungsmeile mit Cafes, Restaurants usw. Viele Menschen in der sommerlichen Atmosphaere unterwegs. Einige sitzen im Cafe Max Brenner, unter anderem wird dort ein Kindergeburtstag gefeiert. 

Als um kurz nach 21h zwei Maenner fein in Anzuege gekleidet das Cafe betreten, wundern sich manche Gaeste, denn "Geschaeftsmaenner" dieser Art sind dort nicht so oft zu sehen. Die Maenner tragen Aktenkoffer, setzen sich an einen Tisch, bestellen etwas zu essen. Um 21:23 stehen beide auf, packen ihre Waffen aus und schiessen - zuerst schiessen sie einem Mann aus einem halben Meter Entfernung in den Kopf - zweimal! Der Mann, er lebt noch, und ist die gesamte Zeit ueber wie durch ein Wunder bei Bewusstsein geblieben. Er wurde in der Nacht operiert und ist auf dem Wege der Besserung. Das ist das Wunder dieser Terrornacht. 

Die Maenner schiessen, gehen von Tisch zu Tisch und wollen scheinbar so viele Opfer wie moeglich sehen. Menschen rasen in Panik aus dem Cafe, nehmen Zuflucht im Cafe nebenan, die Mitarbeiter dort lotsen die Fliehenden herein, um sich zu verstecken. Eltern fliehen mit ihren Kindern auf dem Arm aus dem Restaurant, so sieht man es auf den Ueberwachungskameras. Panik! Einer der Taeter wirft seine Waffe in die Ecke, flieht, gemeinsam mit den anderen Fliehenden. Auf dem Weg trifft er auf ein Ehepaar, welches im benachbaren Cafe sass (ein Polizist ausser Dienst mit seiner Ehefrau, die die Schuesse hoerten und nach Hause rennen.) Der Terrorist gesellt sich zum Ehepaar, sie halten ihn fuer einen der Fliehenden und nachdem er um ein Glas Wasser bittet, nehmen sie ihn zu sich ins Haus herein. Der Ehemann laesst seine Frau und deren Mutter mit dem Terroristen allein, und begibt sich um Tatort. Dort sieht er den zweiten Terroristen, der exakt wie der 1. gekleidet ist, in feinem Anzug. In diesem Moment wird ihm klar, wer da bei ihm zuhause sitzt, schnell laeuft er nach Hause und stellt den Terroristen mit seiner Waffe, bis seine Kollegen kommen und ihn festnehmen. 

Der andere Taeter ist verletzt und wird im Ichilov-Hospital behandelt. Es sind 4 Tote, grausam erschossen, im Alter von 30 bis 58 Jahren. Die Taeter kamen aus der Naehe von Hebron. Waren illegal auf israelischem Boden. Wie sie dorthin kamen, und vor allem, wie sie mit diesen Waffen ins Cafe kommen konnten, ist nicht klar. Es scheint noch einen Helfer gegeben zu haben, der mit in die Vorbereitungen des Terroranschlages einbezogen war. 

Die Hamas hat heute nacht Bonbons und Suessigkeiten verteilt und mit einem Feuerwerk die Tat begruesst. 

Aus dem Ausland gab es leichte Kritik an der Art, wie hier mit Terror umgegangen wird - denn heute morgen bereits oeffneten die Cafes im Sarona-Viertel wieder ihre Tueren - Menschen kamen um sich demonstrativ dem Terror zu widersetzen und die Geschaefte moralisch zu unterstuetzen. So geht man hier mit Terror um. Der Alltag muss weitergehen, das Leben geht weiter. Der Terror wird uns nicht in die Knie zwingen. Das kann man sicher erst verstehen, wenn der Terror bedauerlicherweise fast zum Alltag und dem normalen Leben gehoert. 

Mein Mitgefuehl ist mit den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wuensche ich dass sie schnell wieder voellig gesund werden und den Schock irgendwie verarbeiten koennen. 

יהי זכרם ברוך

Mittwoch, 11. Mai 2016

Chag Azmaut Sameach - Happy Independence Day

Die antisemitischen Kommentare heute hier im Blog zeigen deutlich, wie wichtig es ist, dass wir ein Land haben. Seit 68 Jahren.
Happy Independence Day an Alle!!!!
Am Israel Chai! Es lebe das Volk Israel!

Antisemitische Kommentare.. hatte ich bisher sehr sehr selten im Blog

Ich werde die Kommentare, die ich feige ueber "Anonym" bekam, nicht veroeffentlichen, aber moechte euch erzaehlen, von ihnen.
da ist die Rede von "Ihr Juden gedenkt der unzaehligen..... die von eurem zionistischen Massenmoerder-regime grauenvoll eliminiert wurden .... da lachen ja die kosheren Huehner..und zum Shoa-gedenktag wird kommentiert..: gaehn.. die 6 Millionen Luege wird langsam langweilig ... die zionistische Wissenschaft hat die zahl bereits vor Jahren auf 3.5 Mill. reduziert.


Soviel zu den letzten Kommentaren. Und das bringt mich wieder dazu, nachzudenken, den Blog komplett aufzugeben.
Was soll man dazu noch sagen? Wer nicht mal dazu stehen kann mit einem Namen, sondern sich anonym nennen muss, dem ist nicht zu helfen.
Ich kann mir auch vorstellen, die Kommentarfunktion komplett einzustellen.
Mal sehen.

Gedenktag der Gefallenen und Terroropfer Israels

Wir gedenken heute der ueber 23.000 gefallenen Soldaten in den Kriegen Israels und der Terroropfer. 


Sonntag, 8. Mai 2016

Alon Shwut

Am Shabbat-abend war ich in der Synagoge, das Gebet dort ist sehr schoen. Ich war dort schon zu Rosh haShana, als ich bei der Tochter meiner Freundin war. 

Den Shabbat habe ich zuhause verbracht. Ich brauche die Ruhe dringend, nach einer sehr anstrengenden Woche, die mir viel Energie abverlangt. Nun muss ich wieder los, es faellt mir gar nicht leicht. 

Mein Tinnitus, den ich seit der Verschlechterung meiner Symptome habe, ist mir bisher geblieben. Es gibt sowohl einen tiefen Ton, als auch oft einen sehr hohen. 



Mittwoch, 4. Mai 2016

Yom HaShoa in Israel - Shoagedenktag

Wir gedenken seit heute abend der 6 Millionen Juden die von den Nazis grausam und systhematisch ermordet wurden, mit dem Ziel, jegliches juedisches Leben in Europa auszuloeschen. 

Morgen wird ein schwerer Tag fuer viele Ueberlebende hier in Israel und im Ausland. Immer noch leben viele Ueberlebende unter der Armutsgrenze und haben Schwierigkeiten sich in Wuerde zu ernaehren, und im Winter ihre Wohnungen zu heizen. 

200.000 Shoa-ueberlebende leben derzeit in Israel.

65 % der Ueberlebenden sind ueber 85. 

Mehr als 1000 sterben jeden Monat. 

Reaktion Israels auf die Angriffe aus Gaza

Die israelische Luftwaffe greift als Reaktion auf eine Serie von Granatangriffen aus Gaza - wofuer die Hamas die Verantwortung uebernommen hat - 3 Ziele im Gazastreifen an. 

(Dies werdet ihr dann wohl andersherum zu lesen bekommen, in deutschen Medien.. so nach dem Motto: Israel greift in Gaza an)

Die Lage im Sueden Israels spitzt sich wieder zu

6 Faelle von Granatbomben auf den Sueden Israels von Gaza aus sind zu verzeichnen in den letzten 24 Stunden. Hamas beschiesst uns wieder. Sie schiessen auf die Army, die im Sueden auf israelischem Gebiet Tunnel findet und zerstoert. 

Ich nehme an, dass in deutschen Medien davon nichts, oder noch nichts, berichtet wird. 

Genauso wenig wohl wie vom letzten Terrorangriff gestern, im Bereich Benjamin (Dolev) bei dem es 3 Verletzte Soldaten gab, einer davon lebensgefaehrlich verletzt. Ein Terrorist aus Kallandia ueberfuhr mit seinem Auto die Sicherheitskraefte.

Mittwoch, 27. April 2016

Dan Rubinstein - Psalme als Kunstwerke

Ein neues Kunstprojekt vom Kuenstler Dan Rubinstein. Psalme als Kunstwerke. Hier seht ihr Psalm 1 und 2. Dan hat ebenfalls die Glasfenster im Krankenhaus Misgav laDach gestaltet. 

Es lohnt sich, seine Internetseite zu besuchen, dort gibt es auch Karten seiner Kunstwerke. Zurzeit suchen wir nach Moeglichkeiten einer Ausstellung in Israel.

 

Sonntag, 24. April 2016


Zwischen HIER und DORT

Als alles den Bach hinunter ging, und meine Symptome staerker und staerker wurden, fast taeglich, ich schliesslich Arbeit und Wohnung quasi verlor aufgrund der Schwierigkeiten, gab es einen Rabbiner, der eine Jeshiwa in Efrat hat, "Machanaijm", den ich durch die Shiurim ueber Rabbi Nachman miBreslav kannte. Als Nisim ihm von meinen Problemen erzaehlte, und ihm sagte, ich koenne nicht mehr zum Shiur kommen, da ich 20 Smartphones um mich herum in einem kleinen Raum nicht aushalten kann ohne starke Kopfschmerzen, Schwindel, Druck auf dem Herzen usw., zoegerte er keinen Augenblick und half. Er bat alle die zum Shiur kamen, ihre Handys auszustellen, oder auf Flugmodus, liess das WIFI im Gebaeude von Nisim ausschalten, und das nur wegen mir. Ich konnte also wieder zum Shiur. Das war wichtig, da ich sonst nirgendwo hin kann. (Cafe, Theater, Kino, alles tabu fuer mich). Als ich meine Arbeit verlor aufgrund eines Streites ueber Whats app und Handys waehrend der Teamsitzung, musste ich dem Vermieter mitteilen, dass ich nicht mehr im Voraus 3 Monate meine Miete zahlen kann. Dann stellte ich aber fest, dass ich in der Wohnung auch nicht bleiben kann, zu hoch waren die Werte und ich schlief keine Nacht. 

Der Rav machte mir ein unglaubliches Angebot, als ich schon dachte, ich muesse zurueckkehren nach Deutschland. Er hat ein Haus in Efrat und dieses steht leer, 8 Raeume (ohne WIFI), unten im Haus in der Kueche bereitet ein amerikanisches Ehepaar Sushi zu und liefert dieses aus. Ich duerfe so lange ich will in seinem Haus sein, ohne Miete zu zahlen. Ich war baff vor Ruehrung. 

Ein Zimmer im ganzen Haus, in der oberen Etage fand ich, wo ich ohne Probleme sein kann. Dort bin ich seit sich alles ueberschlug. Und ich bin zur Ruhe gekommen, mache viel Yoga und Meditation, bin in engem Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe in Facebook, die mich auch gerettet hat mit Tipps, Ratschlaegen und Hilfe am Telefon. Viele von ihnen sind schlechter dran als ich, haben auch zuhause schlechte Bedingungen, sind teilweise Therapeuten oder Rechtsanwaelte, und der Mann der mir am meisten half und mich viel lehrte ueber Frequenzen und Verhalten in einer Belastungssituation, Amir, ist aus der High tech branche. Schon in sehr jungem Alter konnte er nicht mehr dort arbeiten aufgrund der EHS. Er hat diese Internetseite mit sehr viel Infos. 

Ich kam ein wenig zur Ruhe und habe mir ehrlich gesagt nicht ausgemalt, eine Wohnung fuer mich zu finden. Und nun ist das Unglaubliche geschehen, eine Wohnung in Alon Shwut, ein privates Haus, Vermieter ohne WIFI (wollen auch keines anschaffen und haben hohes Bewusstsein fuer Umweltbelastungen) , unter dem Vermieter eine kleine Wohnung, ein paar Treppen fuehren hinunter, ideal fuer mich. Dorthin werde ich direkt nach Pessach ziehen. Ich freue mich sehr auf wieder ein wenig mehr Privatsphaere, denn die Sushi-Leute ruecken jeden Morgen mit ihren Kindern an und es geht sehr laut zu im Haus. 

Inzwischen bin ich auch wieder zu meiner alten Firma zurueck gekehrt, vom letzten Jahr, mit einer Stelle 80%. Mehr kann ich mir zurzeit nicht vorstellen, es ist schwer den Tag zu ueberstehen ohne groessere Probleme. Nach wie vor mache ich Hausbesuche, und man mag es kaum glauben, aber alte Leute haben auch oft Smartphones, oder aber WIFI im Haus fuer die Philippininnen, so wie ein DECT-schnurloses Telefon, das starke Strahlung von sich gibt, 24 Std. jede Sekunde, auch wenn man nicht spricht. 

Wenn ich ins Buero muss, ist das auch eine kleine Hoelle, dort mitten in der Stadt sind viele Antennen, und man ist umringt von Menschen die telefonieren mit ihren Smartphones. Ich darf mit Absprache der Chefin meine Berichte gegen Nachmittag eintippen und muss nicht oft anwesend sein dort. 

Ich durfte ebenfalls aus der Whats-app-gruppe der Arbeit aussteigen, und bekomme nun normale SMS auf mein Handy, falls es Wichtiges gibt. Die meiste Zeit des Tages habe ich das Handy aus, denn im Auto, wenn es klingelt - ist die Strahlung ebenfalls so stark dass der Kopf klingelt. (inzwischen habe ich auch ein kleines Messgeraet und kann alle meine Empfindungen nachmessen, um zu wissen, ob ich richtig liege.. mit diesem finde ich auch einigermassen geeignete Orte, um eine Mittagspause zu machen. Meist zwischen hohen Gebaeuden auf irgendeiner Treppe, denn Antennen sind ueberall.)

Ich moechte im Gush bleiben, da dort ueberall nur kleinere Haeuser sind, ideal fuer mich, und mehr Ruhe. Und vor allem - niedrigere Mieten, die Mieten in Jerusalem kann ich in der Gegend wo ich vorwiegend wohnte, nicht mehr bezahlen. Ich fuehle mich auch wohl hier, muss ich sagen. Und bald geht es nach Alon Shwut, wo ich den Rav Israel Rozen kenne und seine Frau, sowie die Tochter meiner Freundin, die dort wohnt und wo ich am Sederabend war. Ich bin sehr dankbar, dass G-tt mich wieder einmal mit Hilfe von lieben Menschen gerettet hat und ich nicht allzu tief gefallen bin. Obwohl dieser Fall schon sehr beaengstigend war. 

Ich wuensche allen ein gutes friedliches Pessachfest und moege jeder aus seinem eigenen persoenlichen Aegypten ausziehen koennen, aus der eigenen Sklaverei. 

Jeder wird selbst wissen, inwiefern er versklavt ist. Suechte, Abhaengigkeiten oder ungesunde Beziehungen.. 

Ich sehe jetzt, nach fast einem halben Jahr mit grossen Schwierigkeiten, auch das, was mir passiert ist als Befreiung aus einer Sklaverei, der Versklavung durch das Smartphone. Ich habe es durch die Arbeit in Hod Hasharon extrem nutzen muessen, sogar ein Arbeitshandy dazu bekommen, aber ich sehe auch, dass ich privat fast staendig am Smartphone war, Whats app nachrichten schickte und bekam, Fotos, Facebook, im Internet etwas suchen, ich war einfach immer - ausser Shabbat - mit diesem Ding beschaeftigt. Vielleicht hat G-tt mir diesen Schlag geschickt, um mich von einer Sucht zu befreien, denn evtl. haette ich es auf anderem Wege nicht begriffen und nicht geschafft. Schmerzliche Lehre - aber wirksam. 

Und nun, da ich mit vielen Menschen spreche und selbst Tipps geben kann, wie man besser und gesunder mit dem Smartphone umgeht, kann ich noch einen Sinn darin sehen. Eine neue Aufgabe. 

Mit vielen Menschen aus unserer Gruppe, sowie besorgten Eltern, kaempfen wir gegen die flaechendeckende Einfuehrung von WIFI an Kindergaerten und Grundschulen. Der Kampf ist noch nicht ganz verloren, obwohl es heisst, gegen voellig ueberhoehte Grenzwerte, sowie eine starke Mobilfunklobby anzukaempfen. 

Es gibt also doch noch etwas fuer mich zu tun in diesem Land, und nebenbei kann ich dem einen oder anderen in meinem Umfeld helfen, das Heim gesunder zu gestalten, mit Tipps und Hinweisen. Das gibt mir Auftrieb und laesst die Freude wieder in mein Herz zurueck kommen. Sie war eine ganze Zeit lang auf Urlaub. 

Pessach Sameach an Alle, die es feiern.

Pessach Sameach - Moadim leSimcha

Was fuer ein angenehmer und erfreulicher Sederabend war das. Ich bin voller Glueck und Freude und konnte mich freimachen von allen Problemen der letzten Zeit. Dank der Freunde, die auf mich Ruecksicht genommen haben, hatte ich so ein positives Erlebnis. 

Ich war kurz davor aufzugeben, und allein zuhause zu bleiben, als ich in der Wohnung der Nachbarn der Freunde nachgemessen hatte und feststellte, dass die Strahlung dort hoeher war als das was ich aushalten kann. Gut, dass du beharrlich warst, Rivka, und mich gedraengt hast, dann doch bei dir im Haus zu schlafen. Das erforderte wieder ein Umplanen, denn Rivkas Eltern sollten eigentlich im Haus schlafen. Ich bin dankbar, dass es kein Problem war fuer euch. 

Dank euch hatte ich eine angenehme Nacht ohne Probleme oder Schmerzen, und als zusaetzliches Geschenk eine Nacht mit absoluter Stille, was ich seit Monaten vergeblich suche. Absolute Stille zu finden ist sehr schwierig, fast ueberall gibt es irgendein Hintergrundgeraeusch. Aber Alon Shwut ist ein Jeshuw, wo am Shabbat kein Auto faehrt, wie wunderbar. So konnte ich wie ein kleines Kind schlafen. 

Danke an die ganze Familie Kupermann, und an Esti und Roni. Ich hatte ein wunderbares Erlebnis. An Rivka einen Dank fuer das gute und leckere Essen, auch an Pnina und Meirav, sowie Esti, die koestliche Dinge gekocht hatten. 

Danke fuer all die Lieder und Geschichten, und fuer die Inspiration, die so wichtig fuer mich war nach Monaten der staendigen Beschaeftigung mit Problemen und Beeintraechtigungen. So konnte ich mich endlich wieder tief mit G-tt verbinden, Spiritualitaet und Gebet erleben und mich an guten und geliebten Menschen erfreuen. 

Danke, dass ihr mir ermoeglicht habt, einfach schlafen zu gehen, wann es zuviel fuer mich wurde und ich nicht mehr aushalten konnte. Und danke, dass ihr mich so akzeptiert habt, wie ich bin, und mir nicht das Gefuehl gegeben habt, dass ich problematisch und nicht o.k. bin. 

Ich weiss es sehr zu schaetzen, dass ihr mir Bedingungen bereitet habt, bei denen ich ohne Probleme bleiben kann. Ich liebe euch dafuer. 

Umso mehr freute ich mich dann, als ich in unserer Selbsthilfegruppe der EHS-Betroffenen las, dass andere aehnlich positive Erlebnisse hatten. Viele erzaehlten vom Sederabend im Schoss der Familie, die sich genau wie meine Freunde bemueht hatten. (WiFi und Cellphones ausgeschaltet und viel Ruecksicht genommen)

Anscheinend wollte HKB"H, dass auch wir an diesem Abend einen positiven Sederabend erleben und gemeinsam mit den Lieben, jeder mit seiner Familie "aus Aegypten ausziehen kann".

Und nun moechte ich noch ein Gedicht mit euch teilen, das Meirav gestern aussuchte und was mich sehr ansprach. 

Jeden Morgen (von Arie Sivan)

Jeden Morgen

wacht der Mensch auf  

am Ufer des Meeres vom Morgen

und fragt sich "ueberqueren

oder nicht ueberqueren...

Donnerstag, 21. April 2016

Pessach Sameach und wahre Freiheit

Liebe Freunde, Pessach, das Fest der Freiheit, Fest des Fruehlings naehert sich, steht schon vor der Tuer. Und fuer mich gibt es viel nachzudenken, ueber das, was echte Freiheit bedeutet. In den letzten Monaten habe ich unendlich viel gelernt, vor allem ueber das Leben, ueber Gesundheit, ueber Freunde und ueber neue Freunde,  die mich wirklich verstehen koennen. Mit ihrer Hilfe bin ich vorwaerts gekommen, gewachsen, erwachsen geworden, habe mich aus der Panik befreien koennen und mich langsam beruhigt. Warum ich? Habe ich mich gefragt. Und warum dieser Schlag? Ein Schlag, der mich von der Gesellschaft trennt. Er schliesst mich weitgehend von der Gesellschaft aus und bringt mich naeher zu Menschen, die sensibel und besonders, empfindsam und wunderbar sind. Ich bin nicht allein damit. Und dafuer danke ich euch. Fuer jede Hilfe und Unterstuetzung bin ich dankbar. Und ich danke, dass mich dieser "Schlag" ereilt hat. Er hat mich letzten Endes vor schlimmerem Schaden bewahrt und von einer Sucht befreit. Ich bin von einer Abhaengigkeit in die wirkliche Freiheit gelangt. So kann ich die Dinge inzwischen sehen, die mir widerfahren sind. Der Auszug aus Aegypten, von der Sklaverei des Handys. Nun bin ich wirklich und wahrhaftig frei. Es ist alles nicht leicht fuer mich, und doch lerne ich damit umzugehen, befinde mich mitten in einer Rehabilitation des Koerpers und der Seele. Ich bin auf dem Weg in ein gesunderes bewussteres Leben, pures Leben. Von der Sklaverei in die Freiheit. Und gemeinsam mit anderen Betroffenen werden wir vielleicht das eine oder andere Kind "retten" koennen, bewahren koennen, den einen oder anderen Menschen aufruetteln, wer uns anhoeren will, ist willkommen. Denn wir haben eine Aufgabe, eine wichtige Botschaft in unserer Zeit. Fuer die, die offen sind, zu hoeren.  Ich spuere, dass das Leben klarer wird, echter. Ohne Firlefanz. Ich danke den Menschen aus unserer FB-Gruppe, die mich so angenehm empfangen haben. Danke fuer jedes klare deutliche Wort, das gesprochen wurde, ohne Umschweife. Denn ich wollte nicht hoeren anfangs. nicht lernen. Und doch, ist es nicht so, dass wir manchmal nur durch scharfe Kritik wachsen und vorwaerts kommen koennen? Danke fuer die letzten Monate, die gefuellt waren mit Ansporn, Ermutigung und Liebe, die durch jede Reaktion auf meine Posts spuerbar war, mit jedem noch so kleinen Tipp. 

In dieses Pessach gehe ich als andere Frau. Ich bin nicht mehr dieselbe. Und ich werde am Sederabend am Tisch sicher an euch denken, meine Freunde, und wissen, dass nur ihr mich wahrhaftig verstehen koennt. In unserer Lage braucht man Menschen, die das Gleiche fuehlen, die die Situation kennen. Sonst kann man leicht verrueckt werden. 

Es gibt in dieser wirklich schwierigen Lage in der wir uns befinden etwas zutiefst Positives. Unsere Empfindlichkeit rettet uns vor groesserem Schaden, vielleicht im letzten Augenblick. In den letzten Monaten brachte ich es noch nicht so recht ueber die Lippen, aber heute kann ich es aus vollem Herzen sagen: Ich danke dem Schoepfer, fuer das was mir widerfahren ist und glaube, inzwischen die Bedeutung und den Sinn zu kennen. Wie Rabbin Nachman sagt, ist wirklich ALLES zum Guten. 

"Und selbst im Verborgenen, das sich im Verborgenen befindet.. auch da ist G-tt, " selbst wenn wir ihn nicht immer sofort spueren koennen, und fast schon glauben, er habe uns verlassen. 

Pessach Sameach, meine Freunde. 


Freitag, 15. April 2016

Shabbat Shalom - ein Lagebericht und Lebenszeichen

Shabbat steht vor der Tuer. Menschen schreiben mir, dass sie mich und meine Posts vermissen. Daher moechte ich etwas posten, damit ihr wisst, dass es mich noch gibt. 
Ich kann kaum beschreiben, was alles passiert ist, seit November 2015. Mein Leben ist mal wieder auf den Kopf gestellt worden, mit Ereignissen, die ich nicht vorhergesehen habe. 
Meine EHS (Hypersensibilitaet gegenueber elektromagnetischen Feldern, bzw. alles was mit Mobilfunk, WIFI, schnurloser Technik und Mobilfunkantennen zusammenhaengt) hat sich dramatisch verschlechtert. Ich weiss um dieses Problem seit ca. 10 Jahren. Noch in Deutschland entdeckte ich diese Reaktion meines Koerpers auf Antennen, und das WIFI zuhause. Ich habe nie wieder WIFI benutzt, sondern nur Lan-verbindungen, habe vermieden, in Gebaeuden zu arbeiten oder zu wohnen, die einen Mobilfunkantenne auf dem Dach haben, und damit war alles relativ o.k. Lange Telefonate mit dem Smartphone oder damals dem normalen Handy, musste ich mir verkneifen, um nicht Schwindel oder Kopfschmerzen zu bekommen. 
Alles gut und schoen. 
Seit ich im September nach Raanana zog, um in Hod haSharon zu arbeiten, ging es mit mir in dieser Hinsicht "den Bach hinunter". 
Man verlangte von uns, staendig ueber das Smartphone mit Whats App upgedatet zu sein, und die Menge an eingehenden Whats app nachrichten war extrem. 
Als ich dann ploetzlich viel empfindlicher wurde auf alles in meiner Umgebung, was Mobilfunk war. Woche um Woche, ja Tag fuer Tag verschlechterte sich mein Zustand, nur wenn ich weit weg von jedem Handy, oder vom WIFI war, ging es mir gut. Ich wusste erst nicht so genau, was mit mir passiert, litt unter Herzschmerzen, Schwindel, Druck auf dem ganzen Koerper, Muskelschmerzen, enormen Kopfschmerzen und Denk-aussetzern, alles jedoch nur in Verbindung mit der Mobilfunktechnik. 
Ich wusste, dass es wenige Fachleute gibt, die sich mit diesem Thema auskenne, auch kaum Aerzte, die das Thema ernst nehmen, daher geriet ich ein wenig in Panik, wandte mich an einen Dr. der Biologie, Dr. Zamir Shalita, der mir bestaetigte, dass meine Symptome klassisch sind bei EHS. Sein Rat, ich solle mich vor allem schnurlosen und vor allem vor WIFI und Smartphones entfernt halten. 
G-tt sei dank machte er mir einen Kontakt zu einem anderen EHS Betroffenen, der die Hightechbranche verlassen musste und nun einen Internetauftritt hat, mit viel viel Info zum Thema "Elektromagnetische nicht ionisierte Strahlung und ihre Auswirkungen auf den Menschen".
Wen es interessiert, der kann HIER in die englische Version seiner Internetseite schauen)
Amir ist schwer betroffen, geht kaum aus dem Haus und - was soll ich euch sagen? Nach ein paar Monaten war oder bin ich auch in dieser Lage. 
Ich gehoere zu 800.000 EHS Betroffenen in Israel. 
Ich habe aufgrund dessen meine Arbeit und meine Wohnung verloren, und bin voruebergehend im Haus eines Rabbiners, das sich in Efrat befindet. Hier gibt es kein WIFI, und ich wohne in einem Zimmer (das einzige im ganzen Haus) was kaum oder gar keine Strahlung hat. Der Rabbi ist ein wahrer Engel, ich weiss nicht, was ich ohne ihn getan, oder wo ich ohne seine schnelle Hilfe gelandet waere. 
Das Haus ist gross und leer, der Rav ist nur alle paar Monate hier, wenn er am Shabbat in seiner Jeshiwa bleibt. 
Tagsueber befindet sich in der Kueche unten ein Ehepaar, was Sushi zubereitet und ausliefert. Nachts bin ich allein. 
Alle anderen Zimmer haben hoehere Strahlung und ich spuere es schmerzvoll. Aber dieses eine Zimmer ist frei, ich fuehle mich gut und konnte mich von der Belastung erholen, Ruhe finden. 

Es war ein solcher Schlag fuer mich, ich konnte es schwer verdauen und bin immer noch in der Phase des Verdauens, Verinnerlichen, was das fuer mein Leben nun bedeutet. 
Ich konnte wieder zurueck zu meiner alten Firma, jedoch nur mit 80%. , denn mehr schaffe ich einfach nicht. 
Hilfe und Unterstuetzung habe ich in der Hauptsache von einer Selbsthilfegruppe bei Facebook. Inzwischen kenne ich einige dieser Menschen auch persoenlich. 
Es sind auch Therapeuten in dieser Gruppe und eine Aerztin die sich mit dem Thema auskennt. In der Regel ist man aber allein mit dem Thema, es ist eine zu neues Phaenomen unserer heutigen Zeit, in den letzten Jahren haben sich Mobilfunk und WIFI-Technik unverhaeltnismaessig erhoeht, so dass es fuer einige Menschen schon zuviel an Belastung ist. 
Leider gehoere ich dazu. 
Und doch verstehe ich jetzt Amir und ein paar andere Betroffene, die mir sagten, dass dieses Phaenomen bei ihnen zu einer insgesamten Verbesserung ihrer Lebensqualitaet fuehrte, zu besserer Ernaehrung, mehr Bewusstsein fuer den Koerper und koerperliche Aktivitaeten. 
Was ich ganz deutlich sehe ist die grosse globale Veraenderung, die wir uns und unseren Kindern zumuten, oder besser gesagt, die uns zugemutet wird, egal ob wir es wollen oder nicht. 
Mein Zusammenbruch stand wirklich kurz bevor, ich habe mich immer nur knapp oben gehalten, mit Hilfe vieler Anrufe und Mails durch die neuen Kontakte. 
Niemand kann sich wohl so richtig vorstellen, dass ein Smartphone neben mir physische Schmerzen verursachen kann, sowie Schwindel, Uebelkeit und Herzdruck. 
Daher auch die - oft veraechtlichen - Reaktionen der Umwelt. Normal ist ein unglaeubiges Laecheln, ein lustig machen oder gar Abstempeln als Psychopath. 
Alle anderen Betroffenen kennen diese Reaktionen, ich musste erst lernen, wie man auf mich reagiert. Reaktionen wie diese fuegen dem Betroffenen unnoetigen weiteren Schmerz zu. Unverstaendnis und Spott fuehren zu mehr und mehr Isolation. 
Und so stehe ich nun hier, mit wenigen Freunden, die mir zur Seite stehen und auf mich Ruecksicht nehmen, denen ihr Smartphone nicht wichtiger ist als ein Gespraech mit mir und die ihr WIFI und schnurlose Geraete gern ausschalten damit ich mich bei ihnen in der Wohnung ohne schmerzen bewegen kann. 
Ich habe viel gelernt in den letzten Monaten, vor allem ueber meine Mitmenschen. Wo sind ihre Prioritaeten und wieviel kann man ihnen zumuten? Gehen sie aus dem Kontakt - wie ich es bei nicht wenigen erlebe - oder fragen sie nach, weil sie nicht verstehen. 
Dennoch - auch mit den schlechten Erfahrungen - gehe ich damit offen um, nicht viele Menschen tun das, denn sie fuerchten nicht nur um ihren Arbeitsplatz (mit Recht) sondern auch den Spott und das Ausgegrenzt werden. Ich werde nach Pessach in eine kleine Wohnung ziehen in Alon Shwut. Das Vermieterehepaar ist G-tt sei dank offen fuer das Thema und will selbst kein WIFI im Haus haben. 
Da die Wohnung unter dem Vermieterehepaar liegt, ist sie strategisch fuer mich sehr geeignet, da auch von der Strasse kaum Strahlung ankommt. Ich habe nun dreimal nachgemessen, und bin ganz ueberrascht, dass ich so ein grosses Glueck haben soll. Ich hoffe sehr, dass ich keine boesen Ueberraschungen erlebe. Bitte haltet mir die Daumen, oder besser gesagt, schickt ein kleines Gebet fuer mich zum Himmel. 
Alles in Allem hat HKB"H dennoch mich nicht zu tief fallen lassen, allein die Tatsache dass es hier im Haus des Rabbiners ein Zimmer gibt, wo ich ohne Beschwerden leben kann, ist ein kleines Wunder. 
Die Tatsache, dass ich mit dem neuen alten Arbeitgeber aushandeln konnte, nicht mehr Whats App zu benutzen, sondern nur ab und zu am Tag mein handy einzuschalten, um zu sehen, ob es Nachrichten vom Buero gibt, ist ebenfalls ein kleines Wunder fuer sich. 
Auch die Tatsache, dass ich Amir gefunden habe und seine Gruppe, viel lernen durfte dank seiner Hilfe, ist das naechste Wunder. 
Ich bin unendlich dankbar. Inzwischen kann ich das sagen. Es ging mir die letzten Monate noch nicht so ueber die Lippen, denn es war fuer mich ein zu grosser Schlag. 
Ich gehe ausser zur Arbeit (wieder Hausbesuche, die mir sehr sehr schwer fallen, wegen der Bedingungen auf der Strasse und in den Wohungen der Patienten) so gut wie nicht aus dem Haus. Kein Cafe, kein Kino, kein Theater, kein Shiur mit 40 oder 100 Menschen, was bedeuten wuerde 40 oder 100 eingeschaltete Smartphones. Der Supermarkt ist auch tabu, die Belastung ist zu hoch. Dafuer kleine Laeden und im Schnellschritt einkaufen. 
Umso wichtiger ist die Situation zuhause. wenn es zuhause ideale Bedingungen gibt, um ohne Beschwerden zu leben, ist das eine ganz grosse Sache. 
Ich versuche, wie viele andere Betroffene, mir langsam etwas aufzubauen, wo ich von zuhause aus arbeiten kann, z.B. mit Uebersetzungen. 
Eines Tages wuensche ich mir, ganz von zuhause aus arbeiten zu koennen, denn mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die Lage nicht viel besser werden. 
Woran ich arbeite, ist zumindest die Schwelle der Empfindlichkeit ein wenig heraufzusetzen, mit Hilfe von Akupunktur und Homoeopathie. 
Ich versuche, mich mit diesem neuen Leben zu arrangieren und lerne viel von den Menschen in der Gruppe, die teilweise sogar schlimmer dran sind als ich. Sie vermitteln mir die Botschaft, nicht aufzugeben, nicht zu verzweifeln, sondern dennoch positive Dinge zu sehen und zu geniessen, keinen Menschen hinterherzutrauern, die nicht zu mir stehen oder mich belaecheln, und viel fuer meinen Koerper und meinen Geist zu tun. 
Ich moechte euch noch hiermit mitteilen, dass ich einen neuen Blog angefangen habe, der zweisprachig ist. Die Blogadresse ist
http://ehsnoa.blogspot.co.il/
Und nun wuensche ich allen Lesern, die noch ab und zu in meinen Blog schauen, Shabbat Shalom. 
Bleibt mir gesund! Und versucht, in jeder Lage das Positive zu sehen, auch wenn es schwer faellt.